Demokratie

Volksherrschaft. Damit Volksherrschaft allerdings in der Realität diesem Namen gerecht wird, bedarf sie wohl eines neuen Erdenkens und der Festlegung ihrer Regeln an einem großen, bisher unbeschriebenen, weißen Blatt Papier.

Jedenfalls scheint klar, daß die offensichtlich auf die Unmündigkeit des Volkes bauenden praktischen Erscheinungsformen der heutigen Demokratien eher eine Fortsetzung des Feudalismus und seiner nonchalant repressiven Mittel, Praktiken und Regeln mit anderem Etikett sind. Was sich übrigens nicht zuletzt aus der Marxschen Bewunderung für das preußische Beamtentum ergibt.

Um den Namen Demokratie zu rechtfertigen, müßten sich wohl zunächst einmal die Bürger, eben „das Volk“, zusammensetzen, um zu entscheiden, welche Dinge diese Bürger durch hiermit zu beauftragende Dritte, entsprechend ihrer zuvor gemeinschaftlich vereinbarten Instruktionen, ausführen lassen möchten.
Dinge, die ja eigentlich sonst jeder Einzelne für sich überlegen, entscheiden und vor allem regeln und ausführen müßte.
Wer da wo etwas praktiziert wissen möchte, muß sich, entsprechend seinem jedem Individuum innewohnenden Recht freier Assoziation, entsprechend mit anderen zusammen schließen und einigen.

So kann man dann auch beschließen, wofür man sich gemeinsame Angestellte – Politiker und Beamte – halten will, welche Kompetenz, also Qualifikation man fordert, welche Kompetenzen, also Vollmachten man ihnen geben und welche Entlohnung man für welche Aktivität anbieten will.

Jedenfalls würde allein schon durch die Erörterung dieser keineswegs von Gott bestimmten Detailfragen klar, daß die Menschen sich keine Beamten und erst recht keine von ihnen bestimmten Delegierten in Parlamenten und Regierungen leisten und diese bezahlen, um von denen gegängelt zu werden.

Denkmal
Denk mal!

Grabstein ohne Grab. Gestalteter Ort, der an Personen und Ereignisse erinnert, und damit Anlass gibt, sich der Werte und Haltungen zu erinnern, die dazu geführt haben, dass man ihnen ein Denkmal errichtet hat.

Design
Gestaltetes Sein.

Die Erhebung der Gegenstände menschlichen Wirkens über die pure Funktion und die obligate Kostenminimierung.

Technisch-wirtschaftliche Optimierung, bei der auch die Präferenzen der Zielgruppen von Anfang an Gegenstand des Kreativitäts-Prozesses sind. Ergo betrifft Design die bewusste Planung von Artefakten – jedes Menschenwerkes. Und: Design und Designer sind keine Synonyme – Es gibt auch Design ohne Designer. So schuf Bruno Munari einst einen "Designpreis für Unbekannt", mit dem er Produkte heraus stellte, an denen kein Designer mitgearbeitet hat, die aber kaum noch verbesserbar sind. Denn das ist der Inhalt der Bemühungen um gutes Design. Und es legt nahe, warum Design für verschiedene Menschen als Zielgruppen verschieden sein muss.

Griffig formuliert, betrifft Design oder Gestaltung Alles. Dies unterstrich Lucius Burkhardt mit der Formulierung „vom Löffel, bis zur Stadt“. Eigentlich betrifft Design aber noch viel mehr, denn auch jedes Blatt Papier und seine Inhalte sind bereits Gegenstand der Gestaltung. Damit beginnt Design bei Ideen und Konzepten und prägt den Entstehungsgang von Artefakten, damit diese ihren Adressaten und Nutzern möglichst in jeder Hinsicht entsprechen und dienen. So ist auch die Kommunikation der Ideen Gegenstand der Gestaltung. Zusammengefasst unterliegt die Planung und Kommunikation der Angebote einer Firma der Markentechnik. Für firmenspezifische Gestaltung und ihre Regeln benutzt man auch den Begriff "Corporate Design".

Gestaltung leitet sich aus dem gleichzeitig in die Wahrnehmungs-Psychologie als Fachbegriff eingezogenen Wort "Gestalt" ab.
Somit betrifft Gestaltung die bewußte Prägung der Gestalt der Artefakte als Wesen und erlebbarer Ausdruck dieses Wesens.
Das Wesen der Artefakte wiederum ergibt sich aus den Funktionen und der spezifischen Realisierung dieser Funktionen, welche sich an Wesen und Präferenzen der Zielgruppen orientiert, aber auch das Wesen des Erzeugers als Firma und Marke ausdrückt.

So gestaltet Design mit den Mensch-Produkt-Beziehungen (inclusive der Ergonomie) auch die eindeutige Identifizierbarkeit, das Verstehen und die Bedienbarkeit und Wartbarkeit der Artefakte, auch für Ausnahmesituationen und Notfälle, und andererseits prägt es die Identifikation von Öffentlichkeit und Zielgruppen mit dem jeweiligen Artefakt und seinem Erzeuger respektive der Marke. Design prägt also die Zeichenhaftigkeit jedes Artefaktes und seine Einfügung in unterschiedliche Umfelder im Sinne von Informationsästhetik und Semiotik.

Aufgrund seiner anhaltend prägenden Wirkung bedarf bewußte Gestaltung der eben so bewußten Anleitung und Spezifikation seitens der verantwortlichen Unternehmer und Führungskräfte mithilfe qualitativer Zielvorgaben. Dieses Briefing und seine Erarbeitung darf tunlichst nicht den Gestaltern oder anderen subalternen Helfern überlassen werden, sondern höchstens als systemischer Prozess gemeinsam mit diesen erfolgen, um die Ziele möglichst unmißverständlich verstanden zu wissen und ihre gestalterische Übersetzung in nonverbale Charakteristika der Gestalt sicher zu stellen und als Quintessenz der Gestaltung einzufordern.

Design ist also Chefsache und betrifft letztlich auch die Planung und Realisierung aller qualitativen Identitäts- und Wirkungsziele jeder Organisation und ihrer Angebote. Dies wird am besten durch eine den gleichen Zielen verpflichtete, einzigartige und damit auch eindeutig wiedererkennbare Firmen-Kultur erzielt, welche selbst als Artefakt (Menschenwerk) Gegenstand einer entsprechend bewussten Planung und Gestaltung ist.

Im engeren Sinne ist Design also eine ganzheitliche Form der Konzeption und Entwicklung von Artefakten, insbesondere von Produkten, Strukturen und der diese betreffenden Drucksachen und Kommunikationsmittel, welche neben der puren Funktion und ihrer quantitativen technisch-wirtschaftlichen Optimierung auch die hier dargestellten qualitativen Kriterien erfüllt.

Was die Methodik ganzheitlicher Gestaltung als interdisziplinären Prozess betrifft, wurde Value Engineering durch proaktiven Einschluß der qualitativen Aspekte der Artefakte und der die Präferenzen von Zielgruppen betreffenden Techniken zum Value Design erhoben.

Diversität

Verschiedenartigkeit, insbesondere von Lebewesen, Bedürfnissen und Angeboten sowie deren Anbietern. Kein Mensch und keine juristische Person ist gleich. Diversität betrifft also die Verschiedenartigkeit allen Seins und aller Schlußfolgerungen.

Solange es Menschen gibt, hat es wohl noch nicht zwei gegeben, die in jeder Hinsicht das selbe gedacht, gewünscht, geträumt und genauso gemacht haben. Diese Verschiedenheit oder Diversität ist ein hohes Gut, dessen Geringschätzung und egalitäre Unterdrückung eine wesentliche, vermutlich sogar die ausschlaggebende Ursache jeglicher Krise, namentlich jeder Wirtschaftskrise und jeden Mangels an Prosperität und sozialem Frieden in der Welt ist. Nicht anders, als auch die Vernichtung der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren die ganze Natur mit ihren vielfältigen Interdependenzen und Gleichgewichten zu gefährden droht.

Um Beschäftigung und Prosperität zu fördern, müssen Gesellschaften Diversität nicht nur widerwillig tolerieren, sondern freudig ermutigen und ihre vielfältige Realisierung in Form von Wünschen, Angeboten und Nutzung unterstützen. Und zwar gerade auch da, wo sie nicht den eigenen Denkmustern und Werten entspricht. Nur so läßt sich die Gleichmacherei und Standardisierung qualitative Verschiedenheit unter pflügende und nur quantitative Kriterien folgender Mittelmäßigkeiten vergleichbarer, aber niemanden begeisternder Angebote überwinden, die den Strudel der Krise beschleunigen.

Denn gelebte Wertevielfalt führt zu Vielfalt von Nachfrage und Angeboten. Und diese Vielfalt läßt sich nur mit Menschen erfassen, realisieren und bedienen. Wohingegen vergleichbare Angebote in menschenleeren Fabriken von Robotern erzeugt werden können, was aber nach Fusionitis und Arbeitslosigkeit vorhersagbar auch alle Shareholdervalue stetig gegen null gehen lassen wird.

Der Schlüssel zum Weg aus der Krise liegt also im Umgang der Gesellschaften mit Werten und deren Diversität und bedarf der Befleißigung des Umganges mit qualitativer Information.
Einer Qualität der Information, die ihren Einzug in Executive Summaries erst wieder halten muß. Ebenso wie qualitative Kriterien ihren Einzug auch in die Auswahl von Führungskräften vielerorts erst wieder halten müssen.