Job

Geringschätzig abwertende Bezeichnung für Aufgabe, Arbeitsstelle. Wer Aufgaben als "Jobs" bezeichnet, identifiziert sich nicht mit diesen.

Aus dem US-amerikanischen infiltrierte Bezeichnung, welche der dortigen Realität entstammt, dass es aus politischen Gründen gezielt* keine formelle Berufs-Ausbildung (Lehre, "Vocational Training") gibt, so dass Arbeitsstellen nahezu ausschliesslich mit ungelernten, respektive auf einen Fliessband-Platz angelernten Arbeitern besetzt werden. Oder mit "studierten" Arbeitern, die an einem "College" ein "Bachelor-Studium" absolviert haben, und daher ein wenig anwendungsorientierten "theoretischen" Hintergrund mit bringen.

Als Jobs bezeichnet man Gelegenheits-Arbeiten, die man wegen des Geldes ausübt, und nicht wegen des Inhaltes der Aufgaben. Jobs sind kein Beruf, und schon gar keine Berufung. Jedenfalls nicht in Relation zu Werten, Haltungen und Kompetenz der sie ausübenden Personen.

Dies kann seinen Grund darin haben, dass man während eines Studiums oder in einer anderen Lebens-Phase nebenher "jobt". Also beispielsweise Lastwagen oder Taxi fährt oder am Fliessband steht, obwohl man qua Ausbildung etwas ganz anderes tun könnte, was einen mehr fordern würde, und wo man seine ganze Kompetenz einbringen und beweisen könnte.

Die Bezeichnung einer Tärigkeit als "Job" kann aber auch Haltungen und Werten entsprechen, die, im Gefolge destruktiver Paradigmen, Arbeit nicht als die dem menschlichen Leben innewohnende Quelle individueller Verwirklichung und Erfüllung betrachtet.


* Das Ehepaar Clinton hatte sich während seiner ersten Legislatur im weissen Haus ausserordentlich dafür eingesetzt, auch in USA eine, wie in Europa, bis zum 18. Lebensjahr reichende Schulpflicht, einschliesslich einer umfassenden praktischen Berufsausbildung nach Art einer "Lehre" einzuführen. Ebenso, wie Kranken- und Sozialversicherungen, wie sie in Europa seit den Anfängen der Industrialisierung dank Bismark überall normal sind.
Mit diesem Projekt sind die Clintons auch an heftigen Widerständen aus der eigenen Demokratischen Partei gescheitert. Fundierte Bildung wird von einer partei-übergreifenden Mehrheit der politischen Klasse der USA nicht gewünscht. Der extrem hohe, meist von der Weltöffentlichkeit aber ignorierte Analphabetismus der USA hat also Gründe, die nicht nur auf nicht lernen wollen, sondern auf Nichtlernensollen basieren. Die oft propagierte Chancengleichheit wird so auf niedrigstem Niveau gehalten. Und der "american dream" (den man als Gebildeter und sich proaktiv einsetzender Mensch beispielsweise in Latein-Amerika viel besser realisieren kann, als in USA) wird, wie alles andere auch, auf rein quantiative KRiterien redduziert. Beginnend bei grossen, aber aus Dachlatten errichteten Häusern aus plastifiziertem Pappmacheè. Und nicht endend bei neureichem Verhalten, welches linker Politik die Gründe liefert, sich weiterhin der "Unterpriviligierten" als Elektorat anzunehmen. Wenn es durch bessere Bildung, beginnend bei gründlicher Berufs-Ausbildung, gelänge, dies Elektorat zunehmend besser zu stellen, müsste - nach Maslow - auch "linke" Politik umlernen, um die neuen Bedürfnisse zu bedienen.

Eingedenk dieser Umstände ist auch die Abflachung europäischer Ausbildung und Bildung, welche US-amerikanischen Modellen folgt, sehr kritisch zu hinterfragen. Namentlich mit Blick auf vornehmlich "Anwendungs"-orientierte Inhalte, statt theoretischer Grundlagen, die zur Denkselbständigkeit und Kreativität befähigen.

In diesem Zusammenhang kommt die schwedische Situation mit ihrer besonders guten Schul- und Berufs-Ausbildung in Erinnerung: Wenn viele der erart gut ausgebildeten Menschen später in Fabriken an Fliessbändern arbeiten, sind die ständig naturgemäss unterfordert.
Dies führt zu Frustrationen, bis hin zu deren Abreakton durch Sabotage. Zum Beispiel Schräubchen ins Getriebe, bevor man es verschliesst.

Eine grössere Automatisierung der Fabriken macht diese hinsichtlich ihrer Ausstattung teurer und unflexibler. Und vernichtet Arbeitsplätze.
Job Enlargement und Job Enrichment hingegen passen die Aufgaben den Fähigkeiten der Mitarbeiter an.

Die von VOLVO unter Per Gyllenhammar erarbeitete und implementierte Alternative:
Ein neuer Fabrik-Typ, in dem viele kleine Arbeitsgruppen das tun, was ihrer guten Ausbildung und Kompetenz entspricht: Ganze Motoren, Getriebe und sonstige Baugruppen bauen. Perfekt. Von A bis Z. Als stolzes Praktizieren, Üben und Weiterentwickeln ihrer Fähigkeiten. Kompetenz muss gefordert, geübt und stetig weiter entwickelt werden. Das gibt Befriedigung und Bestätigung.

Interessanterweise opponierten US-Gewerkschafter, denen man diese Fabriken stolz vorführte: "Dann muss ich mich ja auf den "Job" konzentrieren. Dann kann ich ja gar nicht mehr nebenher an meine Freundin und Sex zu denken. Da muss ich ja dem "Job" mehr geben, als ich will."

Nachdem Volvo, im Gefolge typischer Paradigmen, gemäss derer Unternehmen grösser sein müssten, sein Heil in der Fusion gesucht hat, und vom Erfinder des Fliessbandes, Ford, aufgrund eigener Schwierigkeiten weiter gereicht worden ist, während die ebenfalls schwediche SAAB im Gefolge ähnlicher Trends durch GM systematisch zerstört wurde, ist es um das schwedische Modell als bedenkenswerte Alternative leise geworden. Wohin aber führ das? Wem dient dies?

Job-Hoppen
Job Hopper, Job Hopping

Neudeutsche Bezeichnung für schnellen Wechsel der Arbeitgeber.

Wo Personen in einzelnen Beschäftigungsverhältnissen immer nur kurzzeitig angestellt waren, lässt dies auf wenig Konstanz schliessen.

Da Unternehmen im Interesse der Stärkung der Kontinuität ihrer Unternehmenskultur, aber auch zur Wahrung ihres spezifischen Know Hows und zum Schutze ihrer Investitionen in Personal und dessen Einarbeitung kein Interesse an herum flatternden und überall kurz Hong saugenden Mitarbeitern haben können, sind Job Hopper von wichtigen Positionen fern zu halten.

Dies gilt ganz besonders für Führungs-Positionen, wo sich die Folgen kurzsichtiger Entscheidungen oft erst mittelfristig einstellen, und als Erfolge gefeierte "Stroh-Feuer" sich bitter rächen können.

Jugend

Das, was an die jungen Menschen verschwendet wird.

Lebensphase und Konvolut aus Werten und Haltungen, welche von einer Unbefangenheit geleitet, geistig frei gehalten und gekennzeichnet sind. Manche sind mit achtzehn schon Greise. Und manche Rentner sind noch jung. Nicht etwa, weil sie ihre Erfahrungen nicht gemacht hätten. Wohl aber, weil sie sich von diesen nicht unterkriegen lassen.

Nur mit positivem Ausblick in die Welt, kann man "jung" sein, also unbekümmert nach vorn denken. Allerdings zunehmend ergänzt durch die Umsicht, die vor Gefahren schützt, und die Menschen "aus Erfahrung klug" werden lässt.