Radikal
Von: Radix, Wurzel

An die Wurzeln von Sachzusammenhängen gehend.
Haltung gegenüber Problemen und Sachverhalten.

Wo Phänomene auftreten, die Wunschvorstellungen und Zielen nicht entsprechen, entsteht das Bedürfnis, hierauf Einfluss zu nehmen, um die Realität dem Sollzustand anzunähern.
Dies betrifft einerseits den Umgang mit Natur und Naturgewalten. Und es betrifft andererseits die Folgen und Nebeneffekte menschlichen Handelns. Sowohl in Technik, Politik und Wirtschaft: Und im zwischenmenschlichen Bereich sozialer und privater Natur.

Probleme von Wunsch und Wirklichkeit, und wie man die Wirklichkeit dem Wunsch näher bringt, machen einen, wenn nicht "den" wesentlichen Teil menschlichen Denkens und Handelns aus. Aber auch tierischen Denkens und Handelns. Nur in geringerem Masse.

Möglichkeiten der Tiere sind in vielen Fällen darauf begrenzt, zu reagieren, und ungewünschten Zuständen durch mehr oder weniger schnelle und gezielte Flucht auszuweichen. Genaueres Hinsehen erlaubt allerdings die Beobachtung, dass Tiere sich durchaus Werkzeuge suchen und Techniken entwickeln und tradiren, also über Generationen weiter geben und verbessern, um gewünschte Zustände und Ziele zu erreichen.

All zu oft verharrt allerdings menschlicher Umgang mit Problemen näher am tierischen Niveau, als der Sache der Zielerreichung dienlich ist. Dementsprechend sind nicht nur die Ergebnisse menschlichen Denkens und Handelns suboptimal, sondern sie haben auch weitreichende Folgen, die vermeidbar wären, wenn man das, was Menschen von Tieren unterscheidet, nämlich Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, vor allem aber das Denken auch benutzen würde.

Suboptimale, und schon daher nie "nachhaltige" Problemenlösungen und Ergebnisse entstehen früher oder später immer und überall dort, wo nicht weit genug gedacht wurde.

Wo Phänomene als solche wahrgenommen und zu verändern versucht werden, um Ergebnisse zu beeinflussen, kann man nicht umhin, vom "Herumdoktern" an Symptomen, also vom "Symptome kurieren" zu sprechen. So, wie man gegen Schmerzen Betäubungsmittel einsetzt, statt ihre Ursachen zu suchen und zu beheben.

Im Gegensatz hierzu beschreibt das Wort "radikal" das Suchen und Beheben von Problemen an ihren Wurzeln.
Dies setzt voraus, dass man unbeirrbar nach den Wurzeln sucht, und auf diesem Wege alle Sachzusammenhänge betrachtet und versteht. Dass man aber auch erkennt, in wie weit gegenseitige Bedingtheiten und Abhängigkeiten der Sachverhalte von einander nur Phänomene sind, die Wurzeln haben, die noch tiefer hinter diesen Sachverhalten versteckt sind.

Erst das Verstehen, welches die wirklichen Wurzeln von Problemen sind, und wie diese auf teilweise verdeckte Weise die Phänomene bewirken, die es zu korrigieren gilt, erlaubt, Probleme wirklich so zu lösen, wie es "eigentlich" richtig ist. Dies erfordert einerseits die Haltung gegenüber Problemen, die als "radikal" bezeichnet wird. Schon, um sich nicht durch Lücken von Wissen und Verständnis oder unwillig abweisendes Verhalten von Mitmenschen, die solche Lücken haben, aber sich nicht eingestehen, vom Wege zum Ziel abbringen zu lassen.

Erforderlich ist allerdings auch bewusster Umgang mit Ausbildung und Bildung, vor allem mit Allgemeinbildung, denn ihre Fehlentwicklung ist eine der Wurzeln der Unfähigkeit, Probleme ganzheitlich zu verstehen und nachhaltig zu beheben.
Respektive gegenüber Fehl-entwicklungen nicht "einzuknicken", sondern auf kompetenter Lösung und Behebung von Ursachen statt Symptom-Kurierei zu bestehen.

Als keineswegs vernachlässigbarer Neben-Effekt gehört hierzu auch der Umgang mit genetischen und physiologischen Voraussetzungen von Allgemeinbildung versus Spezialistentum.
Generalisten sind in diesem Sinne sozusagen Spezialisten des Koordinierens von Spezialisten, des Orchestrierens von Lösungen, weil sie von Allem genügend wissen und daher, auch dank ihres Intellektes in der Lage sind, genügend von allen Spezialisierungen zu verstehen, um Sachzusammenhänge heraus zu arbeiten, welche Spezialisten allein nicht erkennen und verstehen würden.

Radikale Haltungen gegenüber Problemen und die Unermüdlichkeit der Suche nach wirklich umfassend richtigen Lösungen, ohne neue Probleme zu provozieren, sind also, was menschliche Intelligenz und menschliches Streben eigentlich ausmacht.
Radikales, an die Wurzeln der Probleme gehendes Denken und Handeln ist zugleich, was noch einmal mehr Erfinder und Unternehmer ausmacht und als Problemlösern zu Innovatoren macht.

Da alle Krisen Wurzeln haben, wird in Krisen besonders offensichtlich, woran es in einer Gesellschaft fehlt: Kompetenz, Probleme an der Wurzel zu packen, und nicht nur an Symptomen herum zu kurieren. Zu handeln statt zu klagen. Die geeigneten Personen an den richtgen Stellen zu haben. Umfassende Sachkompetenz und ganzheitlicher Überblick statt gegenseitiges Wundenlecken. Obwohl emotionale Intelligenz für das Durchsetzen nötigen Wandels zum Guten durchaus wünschenswert und förderlich, wenn nicht erforderlich ist.

Im Zusammenhang mit der einzig zielführenden Herangehensweise an Aufgaben zitiert Value Group Gründer Gerhard K. Eichweber gern seinen Mailänder Lehrer Bruno Munari: "Wenn Dir jemand eine Aufgabe gibt, dann frage Dich als erstes: Ist es ein wahres Problem, oder ein Schein-Problem? Wenn es ein wahres Problem ist, löse es. Handelt es sich um ein Schein-Problem, so suche das wahre Problem dahinter, und löse dieses. Gesteht Dir Dein Auftraggeber die Lösung des wahren Problems nicht zu, so suche Dir einen andere Auftraggeber. Aber kuriere nie an Scheinproblemen herum, denn sie sind nur Symptome, aber nicht die Probleme."

Radikales Herangehen an Probleme fehlt allenthalben. So haben die unausgeglichenen Kassen von Sozialversicherungen Ursachen, die mit Zahlenspielereien, Beitragserhöhungen und Leistungs-Kürzungen nur als unzureichende, stets weiter zu schraubende Pflästerchen kuriert, aber nicht behoben werden. So lange die Ursachen nicht behoben werden, verstärken sich die Probleme absehbar immer weiter.

Das selbe gilt für Aggressivität und explosive Entladungen von Unmut in der Gesellschaft. Und es sind die selben Wurzeln, die diesen Problemen zugrunde liegen: Zu wenig erfüllende Arbeit. Kein wirkliches Ernstgenommenwerden. Die prekären Situationen von Menschen ändern sich nicht, indem sie aus den Arbeitslosen-Statistiken in andere Kategorien umgebucht und mit ihren Problemen nicht zur Kenntnis genommen werden.
Menschen in Not haben ein Recht auf Wahrnehmung und auf Lösungen. Beginnned bei der proaktiven Anleitung, diese denkselbständig und eigenverantwortlich zu suchen und zu realisieren.

Das Fehlen erfüllender und auskömmlich vergüteter Arbeitsplätze ist auch die Ursache prekärer Staatsfinanzen und schwacher Währungen. Sparen ist nie verkehrt. Aber Einnahmen werden nicht durch Erdrosselung derer nachhaltig gesichert, die durch Arbeitsplätze die Einnahmen erwirtschaften helfen, damit "Abgaben" gezahlt werden können. "Radikal" heisst also auch, Gemeinwesen nicht nur kurzfristig halten, sondern langfristig zu stablisieren.

Es ist altbekannt, dass neue Arbeit nicht durch mehr Nachfrage, Geldmengen oder sonstige Zahlenspielereien entsteht, sondern allein durch Stärkung von Alleinstellungsmerkmalen und Innovationen. Also durch Unternehmertum und die Basis für sein Handeln: Die Bedienung von Zielgruppen mit Angeboten, die sich von anderen wesentlich unterscheiden. Wesentlich in den Augen von Zielgruppen. Als bessere Bedienung ihrer Präferenzen in ihrer Vielfalt. Also von Menschen, die für sich selbst oder die von ihnen verantworteten Aufgaben und Aktivitäten spezifische Angebote bevorzugen, um sich und anderen bessere Verwiklichungen ihrer Anliegen zu ermöglichen. Dem dient der Wettbewerb: Der besseren Erfüllung verschiedener Anforderungen an Angebote. Nicht der Unterbietung und Zerstörung fremder Arbeit.

Die Wurzel der Probleme liegt also im fehlenden Respekt für Vielfalt von Menschen und ihrem Bedarf.
Die Wahrnehmung und Bedienung von Vielfalt, als von Unterschieden, setzt wiederum das Wollen und die Fähigkeit zur qualitativen Unterscheidung voraus. Diese Differenzierung ist das genaue Gegenteil von aller Gleichmacherei. Sie handelt von qualitativen Unterschieden. Vom Umgang mit diesen Unterschieden, mit der Vielfalt von Werten und Haltungen, kulturellen Nuancen und allen Präferenzen, die sich aus diesen ergeben, sind Menschen entwöhnt worden. Und die, die dies können, werden marginalisert, statt gefördert und genutzt.

Die der Gleichmacherei zugrunde liegende Reduktion aller Dinge auf ihre quantitativen, also einfach messbaren Aspekte ist die Wurzel der Unterhöhlung und Eliminierung der qualitativen Aspekte. Ohne die kann man aber komplexe Zusammenhänge nicht wirklich verstehen. Absurde extrapolierende Computer-Extrapolationen für Finanz-Trends sind nur ein Symptom solcher Überbewertung quantiativer Aspekte. Sie versagen immer im wichtigsten Moment. Weil sie sich nicht dafür interessieren, warum und woraus Trends überhaupt entstehen: Aus menschlichen Werten, Haltungen und Entscheidungen. Mit Zahlen lassen sich diese nicht verstehen. Man kann sich bestenfalls vorgaukeln, etwas zu verstehen.

Zur Ursächlichkeit des Paradigmas der "Objektivität" "Quantifizierbarkeit" und "Reproduzierbarkeit" als angenommene Voraussetzungen für "Wissenschaftlichkeit" welche verhindern, wirklich verstehen zu können, was Wissenschaft "eigentlich" untersuchen und zu verstehen suchen sollte, haben Jakob und Thure von Uexküll hinreichend viel geschrieben. Was bei ihnen als Naturwissenschaftlern für "Biologie" steht, lässt sich ohne sonstige Veränderung der sätze auf "Wirtschaft" übertragen. Übrigens sicher auch auf "Gesellschaft": Alle Menschen, aber auch alle Forschungsgenstände, sogar Elementarteilchen, sind Subjekte, weil sie sich durch Erforschung - und Bedienung - verändern. Siehe übrigens auch Maslow und die Bedürfnis-Pyramide.

Woher die Paradigmen kommen, welche die Gesellschaften und die in ihnen ablaufenden Prozesse in die Irre leiten, hat Karl Popper deutlich bezeichnet: "Hegel, Marx und die Folgen".
Die Denkfehler, die den Sozialismus logischerweise ad absurdum geführt haben, wohnen auch der "kapitalistischen" Wirtschafts-Theorie inne. Weil sie über die sozialistische Ideologie alle Wissenschaften und die Wissenschafts-Theorie infiltiriert, unterwandert und gelähmt hat.

Wie schwer es hingegen ist, einmal in der Wissenschaft zementierte Vorurteile, eben jene irreführenden und inzwischen geradezu wie Sabotage wirkende "Paradigmen", aufzubrechen und ad absurdum zu führen, hat Thomas S. Kuhn hinlänglich beschrieben. Bliebe noch Barbara Tuchmann zu erwähnen, deren zentrales Thema, die Dummheit der Regierenden, sich sehr leicht auf die Regierungen von Firmen, insbesondere von nicht von Unternehmern geführte Firmen, ausdehnen lässt.

Wenn also das Paradigma der "Reduktion von allem Seienden auf Zahlen" die Ursache aller Fehlentwicklungen ist, sind wir an der Wurzel der Probleme angelangt. Von hier aus ist eine Rückverfolgung an unsere konkreten aktuellen Probleme einfach.
Radikal sein, heisst, die tieferen Ursachen in Bezug auf die Gegenstände unseres Denkens und Handelns, unserer alltäglichen Entscheidungen zu berücksichtigen, und so zu besseren Alternativen zu finden, respektive unter den Alternativen Spreu von Weizen leichter zu unterscheiden zu lernen.

Was die Value Group seit 40 Jahren für die Mitarbeit an komplexen Problemen prädestiniert, ist der an die tieferen Ursachen und Wurzeln von Problemen gehende Problemlösungs-Ansatz. Dabei stellt die Methodik sicher, dass dieser Ansatz nie langsamer, sondern schneller ist. Vor allem aber stringenter zu kohärenteren Lösungen führt, die sich im Gesamtzusammenhang bewähren. Viele derart angestossene oder begleitete Innovations-Prozese haben gerade deshalb extreme Quantensprünge zum Resultat, weil nie Symptome kuriert werden.

Durch das Geschäftsfeld Silva Plan wird dies Know How, als Non-Profit Angebot für Politik und Verwaltung bereit gestellt, um drängende sozio-ökonomische Probleme zu überwinden. Durch Anleitung der Förderung von Unternehmertum und seinen Alleinstellungsmerkmalen und innovationen. Denn nur aus ihnen entstehen neue Arbeitsplätze, Wohlstand und Unabhängigkeit. Die Voraussetzung der Verteidigung offener Gesellschaften gegen ihre Feinde. Übrigens: Vielfalt ist die Quelle von Erfolg und Wohlstand. Ohne Vielfalt bedürfte es aber auch keiner Demokratie und keines der Demokratie inhärenten Schutzes jeder Minderheit. Ohne Vielfalt keine Menschen und keine Natur. Und umgekehrt Hier liegt die Wurzel.

Raison d'Être
Existenz-Grund

Beschreibung, warum eine Sache genau so sein muss wie sie geplant wurde und ist, und nicht anders.

Vaue Group Gründer Gerhard K. Eichweber geht so weit, zu sagen: "In der Natur bedarf nichts einer Existenz-Berechtigung. Auch wenn Mücken und Fliegen lästig sind: Die Frage nach ihrem Existenz-Grund steht keinem Menschen zu.
Anders ist es bei menschlichen Handlungen und ihren Resultaten. Sie bedürfen immer einer Raison d'Être, aus der sich auch ihr ganz spezifisches So-Sein logisch ergibt. Das geginnt bei Gedanken, Worten, Taten – und Unterlassungen! Und es betriff alle Produkte und sonstigen Angebote. Und die Infrastrukturen, mit denen wir sie realisieren: Firmen, Institutionen, Alles."

Die genaue Formulierung der spezifischen Raison d'Être jeder Sache ist einerseits das Ergebnis ihrer Abstimmung auf die Zielgruppe. Und andererseits der Leitfaden für ihre Realisierung.
So entsteht gestaltete Identität, die zu Identifikation führt.

Insofern führt die Frage nach der Raison d'Être zu einer noch umfassenderen Formulierung der "Kompetenz-Formel", und dient als weiterer Iterations-Schritt dem präzisen Ausformulieren des Briefings für Projekte und ihre Ausgestaltung. Nicht nur für Gestalter, sondern für Alle, die in einer Organisation damit befasst sind. So entsteht aus gemeinsamem Verstehen die Kohärenz aller Pläne und ihrer Umsetzung.
Und als Fremdbild prägt dieser Ansatz erlebbare Identität.

Reif

Zustand einer Frucht, bevor sie zu Boden fällt und fault.

Bei Märkten der Zustand der Stagnation, der mangels Belebung durch neue Alleinstellungs-Merkmale eintritt.

Die Reife von Märkten ist als Fehlen von Innovationen eine Folge von Missverständnissen und Paradigmen der Markt-Teilnehmer, namentlich der Anbieter.

Reife Märkte zeichnen sich aus durch die Fixierung aller Anbieter auf eine gleiche Annahme darüber, was "der Markt" angeblich will. So lange ihm nichts Anderes so präsentiert wird, dass Begeisterung zu Spontan-Käufen führt, die den Preis völlig ausser acht lassen.

Reife Märkte können nur durch Innovationen belebt werden,
die durch ihre neuartigen Alleinstellungs-Merkmale echte neue Kaufgründe konstituieren.

Das Beleben reifer Märkte dient den Unternehmen, die mit ihren Initiativen neues Interesse wecken, auch der Gesellschaft. Einerseits durch die Stärkung der Zielgruppen, die sich durch besser auf sie eingehende Angebote ernst genommen fühlen, und so im Sinne des "Empowerment" insgesamt denkselbständiger und anspruchsvoller werden. Und es dient der Gesellschaft, die unmittelbar durch mehr und erfüllendere Arbeitsplätze, und mittelbar durch mehr Wohlstand und Selbstbestimmtheit offener und erfolgreicher wird.

Res Publica

Öffentliche Sache. Die gemeinschaftliche Sache, die Menschen veranlasst, zwecks ihrer besseren Organisation, sich in Gemeinschaften und Gemeinwesen („Republiken“) zusammen zu schließen um sich für die Abarbeitung gemeinschaftlicher, Alle immer wieder betreffender Aufgaben, von der Kindererziehung bis zur Verteidigung ihrer Selbstbestimmtheit und Selbstverwirklichung, gemeinschaftlich entlohnte Diener einzustellen und Dienstleister zu beauftragen.

Der Öffentlichkeit und ihren gemeinsamen Sachen, seien es Anliegen oder Notwendigkeiten, wohnt quasi untrennbar das Recht zur freien Assoziation und Vereinigung – und zu deren Kündigung, der Dissoziation – inne.

Es steht den Menschen als Individuen frei, ihre gemeinschaftlich für nötig gehaltenen Aufgaben und anerkannten Pflichten zu delegieren oder gar zu „poolen“, also zusammenzufassen und mit der Durchführung Dritte zu beauftragen. Oder gar für eine wirklich Alle betreffende Sache gemeinsame Organe zu bilden und Republiken zu gründen, diese in größeren Zusammenschlüssen zu vereinen und sich zur Durchführung der öffentlichen Angelegenheiten Sprecher und Diener (Dienstleister, Beamte, Bürokraten) zu halten, die mittels nach einem Schüssel (Steuern) erhobener Abgaben gemeinschaftlich entlohnt werden.

Es ist aber offensichtlich, daß die Bereitschaft zum Handeln im öffentlichen Interesse gemindert wird, wo der individuelle Einsatz, erst recht ein über das obligate Minimum hinaus gehendes Engagement, nicht wertgeschätzt wird. Und nochmals mehr, wo eine Sache an die Gemeinschaft, die Gemeinde und ihre Diener delegiert ist, noch selbst initiativ zu werden. Auch wenn es eigentlich angezeigt wäre und vielleicht sogar ohne große Anstrengungen ginge.

Wenn man für etwas schon zahlt, dann sollen die dafür teuer Bezahlten es auch ausführen. Je drückender die Kosten-Last und je weniger sichtbar der Nutzen, umso größer wird der Drang, etwas zurück zu erhalten, sich aus der öffentlichen Sache zu bedienen, Dienste zu beanspruchen. Auch wo dies nicht nötig ist, sondern nur Kosten weiter in die Höhe treibt.

Wo also die Kontrolle der Gemeinschaft nicht besteht, wo in Vergessenheit gerät, daß die an die Bürokratie delegierten Aufgaben auch zurückgenommen, nicht bezahlt oder anderweitig delegiert werden können, beginnt die Schraube des Negativen sich in einen Strudel von zunehmendem Negativ-Sog zu verwandeln, aus dem es, wie manche meinen, erst beim überfälligen, ja notwendigen, jedenfalls unausweichlichen Crash einen neuen Aufstieg geben kann, weil angeblich ein Ball erst zu Boden fallen müsse, um wieder hoch zu springen.

Ist unsere Gemeinschaft aber ein elastischer Ball? Oder sind elastisch nur die Gemeinwesen, deren Kräfte erst kürzlich durch Entfesselung aus faschistoider zentralistischer Repression frei wurden?
Und wie hoch springt der Ball, bevor er wieder nach unten fällt?
Oder sind die Westeuropäischen Gesellschaften, ist die EU, doch eher ein Krug, der beim Aufprall in Scherben zu gehen droht und aus dem dann zu allem Überfluß der letzte darin befindliche Nektar endgültig fließt und versickert?

Jedenfalls: Muß es wirklich erst zu weiteren Zusammenbrüchen kommen?
Oder können Menschen ein erstes Mal aus der Geschichte lernen und – nachdem wir nun bereits in Zentral-Europa eine bis anhin ungekannt lange Zeit ohne Kriege erleben – ist es vielleicht auch möglich, eine Kehrtwende ohne vorherigen Absturz zu realisieren?

Eine Kehrtwende, die jeglicher mit quantitativen Kriterien, Kompatibilität, Schutz vor eigener Mündigkeit etc. motivierten gleichmacherischen Mittelmäßigkeit eine Abfuhr erteilt?
Eine Kehrtwende, die aus der Besinnung auf die von der Wertevielfalt und dem freudigen Durchsetzen und Ausleben eigener Vorstellungen, Werte und Kriterien auch zu entsprechend genau passenden Angeboten führt, die ohne entsprechend auf Kunden eingehende Menschen, also neue und erfüllende Arbeitsplätze, nicht realisierbar sind.
Eine Kehrtwende, die aus der Ablehnung sozialistischer wie rohkapitalistischer Gleichmacherei und dem Bestehen auf europäischer und weltweiter Werte-Vielfalt zu neuer Prosperität führt?
Einer Kehrtwende, die beweist, daß nicht die Globalisierung schlecht ist, sondern die mit ihrer Hilfe abgefeimt in den letzten Winkel der Welt gezwungenen quantitativen Kriterien, denen ein ihnen nicht zustehendes, zerstörerisches Primat des quantitativen Denkens und Entscheidens über die Vielfalt originärer und individueller qualitativer menschlicher Werte und Kulturen erst die zerstörerische Macht verleiht, an der die Welt derzeit zugrunde zu gehen droht.

Es liegt an jedem selbst, dies zu entscheiden und gegebenenfalls gemeinsam mit seinen Nächsten für sich und die Seinen zu ändern. Denn die Res Publica, die gemeinschaftliche Sache, geht Alle an. Wir sind das Volk.

Es ist wichtig, daß kontrolliert wird, was im Namen Aller von denen getan wird, die wir alle mit Steuern bezahlen, damit sie uns dienen, nicht uns gängeln, behindern und uns das Vermögen (Können und Finanzkraft) entziehen, mit welchem wir selbst wirksam etwas für die Gemeinschaft tun können.
Was heute vor allem heißt, durch private Initiative, Alleinstellungsmerkmale und Innovationen Arbeitsplätze zu schaffen!

Denkselbstsändigkeit ist gefragt. Im Interesse der Vielfalt,
ohne die Erfolg und Wohlstand zerrinnen. Zivil-Courage für die Res Publica. Und Anstand. Wenn nicht jetzt, wann dann?